Montag, 13. Juli 2009

Schiffs-Ballastwassertanks bringen unerwünschte Eindringlinge

WWF warnt vor weltweiter Invasion fremder Tierarten

Rippenquallen sind mit Ballastwasser gekommen (Foto: Erling Svensen/WWF-Canon)
Wien/London - In Ballastwassertanks von Schiffen werden unzählige Meerestiere kreuz und quer über Kontinente transportiert. In der jüngsten WWF-Studie "Silent Invasion" http://www.wwf.at wird wieder einmal auf die Gefahr dieser Invasoren hingewiesen. Nach dem Ablassen des Abwassers finden die eingeschleppten Tiere ihrer neuen Heimat nahezu paradiesische Zustände vor. Die Störung des ökologischen Gleichgewichts ist vorprogrammiert. Die Folge sind Schäden in Milliardenhöhe für die Fischereiindustrie, die Küstenanrainer und die Infrastruktur.

"Ein Beispiel ist etwa die Nordamerikanische Rippenqualle, die in den 1990ern nahezu die gesamte Sardellen- und Sprottenpopulation im Schwarzen Meer ausgelöscht hat", so Scattolin. "Ein anderes Beispiel ist die Grüne Strandkrabbe, die von Europa an beide Küsten Amerikas, Asiens und Australien gekommen ist", so Peter C. Dworschak Kurator der Krustentier-Sammlung im Wiener Naturhistorischen Museum http://www.nhm-wien.ac.at gegenüber pressetext. "Eine andere sehr invasive Spezies ist die Chinesische Wollhandkrabbe, die inzwischen auf beiden Seiten des Nordatlantiks vorkommt." Dem WWF-Bericht zufolge hat die Wollhandkrabbe, deren Larven freischwimmend im Meer leben, alleine in Deutschland Flussufer, Fischereiausrüstung und industrielle Infrastruktur im Schätzwert von 80 Mio. Euro zerstört. "In Österreich ist es in den vergangenen Jahren zur Ansiedlung von Schwarzmeergrundeln in der Donau und sogar im Entlastungsgerinne in Wien gekommen", erklärt Scattolin. Diese Fische haben negative Auswirkungen auf die heimischen Arten.