Freitag, 13. November 2009

Ökosystem in seiner Vielfalt erhalten!

Die Leistungen, die ein funktionierendes Ökosystem erbringt, sind sehr schwer in Zahlen auszudrücken. Das hat dazu geführt, dass die politisch Verantwortlichen dieses Thema vernachlässigt haben. Der unwiderbringliche Verlust von Arten beeinträchtigt allerdings eine gut funktionierende Umwelt. Als Maßnahmen wollen Wissenschaftler neben zusätzlichen Forschungsprojekten auch ähnliche Mechanismen für die Biodiversität schaffen wie sie auch beim IPCC in Fragen des Klimaschutzes in Anwendung sind.

"Wir müssen die politisch Verantwortlichen dazu bringen, möglichst rasch auf dieses Thema zu reagieren", meint Diversitas Vorsitzender Harold Mooney, Professor am Department of Biological Sciences an der Stanford University http://www.stanford.edu . "Die Veränderungen in der Natur sind dramatisch", so der Experte. Neue Technologien der Beobachtung hätten dies sehr deutlich gezeigt. Es sei dringend erforderlich, das Thema Artenvielfalt stärker ins Bewusstsein zu rücken. Um diesem Problem, das so viele andere mit sich zieht - etwa die Verbreitung von Erkrankungen, der Handel mit Lebewesen oder die Invasion von fremden Tier- und Pflanzenarten - brauche man interdisziplinäre, wissenschaftlich basierte Lösungsansätze. "Außerdem muss das ganze relativ schnell gehen. Biodiversitätsforscher werden in Zukunft immer häufiger in politische Debatten miteinbezogen", so Mooney. "Das ist eine der wichtigen Bestrebungen von DIVERSITAS."

Ein zentraler Diskussionspunkt bei der Konferenz wird der Handel mit lebenden Tieren und Organismen sein. In den USA sind zwischen 2000 und 2006 fast 1,5 Mrd. lebende Tiere importiert worden. Viele davon tragen potenziell gefährliche Krankheitserreger in sich. Dass Pathogene von Tieren auf den Menschen übergehen und dort schwere, sogar lebensbedrohliche Erkrankungen verursachen können, ist bekannt.

Dienstag, 13. Oktober 2009

Missmanagement feuert Artenverlust an

Experten fordern IPCC-Mechanisimus für Biodiversitätsverlust

Fechterschnecken waren sehr häufig, heute sind sie zum Teil selten geworden (Foto: W.Weitlaner)
Nairobi/Kapstadt - Globales Missmanagement ist daran schuld, dass es auf der Erde zu einem so massiven Artenverlust gekommen ist. "Das Millenniumsziel bis 2010 den Biodiversitätsverlust einzudämmen bzw. aufzuhalten, konnte nicht erreicht werden", so Anne Larigauderie, Direktorin der Konferenz des International Programme on Biodiversity (DIVERSITAS) http://www.diversitas-osc.org . Rund 600 Experten treffen sich diese Woche in Kapstadt, um über die Problematik des Artenverlustes zu diskutieren http://diversitasconference.wordpress.com .

"2003 wurde in der UN-Konvention über biologische Diversität von 123 Staaten beschlossen, den weltweiten Artenschwund unter Bezugnahme auf die Verringerung der Armut bis 2010 durchzusetzen", erklärt Larigauderie. Dieses Ziel werde sicher nicht erreicht. "Allerdings werden wir beim Treffen in Kapstadt neben wissenschaftlichen Projekten auch die politischen Entscheidungsträger ansprechen, etwas gegen den Biodiversitätsverlust zu unternehmen", so die Direktorin. Ein großes Problem sieht Larigauderie in der wirtschaftlichen Beurteilung des Artenschwundes.

Montag, 31. August 2009

Meeresarten reisen in Ballastwässern

Um die 7.000 Arten von Meeres- und Küstentieren reisen in den Wassertanks über die Ozeane der Welt. Bereits in 84 Prozent der weltweiten marinen Ökosysteme wurden invasive, dort nicht heimische, Arten gefunden.
Es gibt zwar internationale Abkommen, die Regeln über das Ablassen von Ballastwasser vorsehen. Diese wurden allerdings nicht von allen Staaten ratifiziert.
Während eines Treffens von Delegierten der International Maritime Organisation (IMO), bei dem umweltpolitische Aspekte der Schifffahrt besprochen wurden, veröffentlichte der WWF den Bericht, in dem 24 Fälle innerhalb der vergangenen fünf Jahre aufgelistet sind, in denen unzählige Meeresarten durch Ballastwässer in fremde Gebiete eingeschleppt oder verbreitet wurden.