Die Leistungen, die ein funktionierendes Ökosystem erbringt, sind sehr schwer in Zahlen auszudrücken. Das hat dazu geführt, dass die politisch Verantwortlichen dieses Thema vernachlässigt haben. Der unwiderbringliche Verlust von Arten beeinträchtigt allerdings eine gut funktionierende Umwelt. Als Maßnahmen wollen Wissenschaftler neben zusätzlichen Forschungsprojekten auch ähnliche Mechanismen für die Biodiversität schaffen wie sie auch beim IPCC in Fragen des Klimaschutzes in Anwendung sind.
"Wir müssen die politisch Verantwortlichen dazu bringen, möglichst rasch auf dieses Thema zu reagieren", meint Diversitas Vorsitzender Harold Mooney, Professor am Department of Biological Sciences an der Stanford University http://www.stanford.edu . "Die Veränderungen in der Natur sind dramatisch", so der Experte. Neue Technologien der Beobachtung hätten dies sehr deutlich gezeigt. Es sei dringend erforderlich, das Thema Artenvielfalt stärker ins Bewusstsein zu rücken. Um diesem Problem, das so viele andere mit sich zieht - etwa die Verbreitung von Erkrankungen, der Handel mit Lebewesen oder die Invasion von fremden Tier- und Pflanzenarten - brauche man interdisziplinäre, wissenschaftlich basierte Lösungsansätze. "Außerdem muss das ganze relativ schnell gehen. Biodiversitätsforscher werden in Zukunft immer häufiger in politische Debatten miteinbezogen", so Mooney. "Das ist eine der wichtigen Bestrebungen von DIVERSITAS."
Ein zentraler Diskussionspunkt bei der Konferenz wird der Handel mit lebenden Tieren und Organismen sein. In den USA sind zwischen 2000 und 2006 fast 1,5 Mrd. lebende Tiere importiert worden. Viele davon tragen potenziell gefährliche Krankheitserreger in sich. Dass Pathogene von Tieren auf den Menschen übergehen und dort schwere, sogar lebensbedrohliche Erkrankungen verursachen können, ist bekannt.
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